CPMS im Vergleich zum Energiemanagementsystem in einem Satz

Ein Ladestationsmanagementsystem (CPMS) steuert den Ladevorgang; ein Energiemanagementsystem (EMS) verwaltet die elektrische Leistung und den Energieverbrauch. Es kann zwar Überschneidungen geben, doch gehen die beiden Systeme von unterschiedlichen Aufgabenbereichen aus.

Das CPMS fragt ab, ob eine Ladestation online ist, wer laden darf, was während des Ladevorgangs passiert ist und welcher Befehl gesendet werden soll. Das EMS fragt ab, wie viel Leistung verfügbar ist, wann Energie verbraucht werden soll und wie sich die Ladestationen in das Gebäude, den Netzanschluss, solar oder den Batteriespeicher einfügen.

Was ein CPMS verwaltet

Ein CPMS, das in OCPP-Unterlagen auch als CSMS bezeichnet wird, übernimmt üblicherweise folgende Aufgaben:

  • Ladegerätstatus, Alarme und Ferndiagnose;
  • Berechtigungen, Benutzer und Zugriffsmethoden;
  • Sitzungsereignisse, Zählerstände und Berichterstellung;
  • Tarife, Abrechnungsintegrationen und Roaming-Verbindungen;
  • Fernbefehle, Einstellungen und Firmware-Workflows; sowie
  • Ladeprofile oder -grenzen, sofern unterstützt.

Die wichtigste Systemgrenze ist das Ladenetz. Es kann zwar mit Zahlungssystemen, Flottentools, Gebäudemanagementsystemen und Energiedienstleistungen verknüpft werden, doch gehören diese Funktionen nicht automatisch zum CPMS.

Was ein Energiemanagementsystem regelt

Ein EMS koordiniert den Energieeinsatz über eine größere räumliche oder betriebswirtschaftliche Grenze hinweg. An einem Standort kann dies den Netzanschluss, die Gebäudelast, das Laden von Elektrofahrzeugen, solar und die Batteriespeicherung umfassen. Über mehrere Standorte hinweg kann es zudem auf Tarife, Portfolioziele oder Signale zur Netzdienstleistung reagieren.

Zu den typischen Entscheidungen gehören die Festlegung eines Importlimits für den Standort, die Reduzierung des Ladevorgangs während einer Spitzenlast, die Nutzung lokaler solar, der Schutz der elektrischen Kapazität und die Planung eines flexiblen Verbrauchs. Ein spezielles EMS kann mit Zählern, Wechselrichtern, Gebäudesteuerungen und lokalen Gateways sowie mit dem CPMS kommunizieren.

Wo die Grenze verschwimmen kann

Viele CPMS-Produkte umfassen Lastverteilung, Zeitpläne oder grundlegende Energieoptimierung. Einige EMS-Produkte können Grenzwerte direkt an Ladegeräte senden. Ein lokaler Controller kann zudem schnelle Entscheidungen vor Ort treffen, während Cloud-Plattformen Richtlinien und Berichte bereitstellen.

Die Produktbezeichnung ist weniger wichtig als das Steuerungskonzept. Die Teams sollten dem System einen Namen geben, das die Einschränkung misst, den Grenzwert berechnet, diesen auf die Ladegeräte verteilt und bei einem Verbindungsausfall eine sichere Ausweichlösung anwendet.

Wie ein CPMS und ein EMS zusammenarbeiten

An einem gewerblichen Standort berechnet ein EMS möglicherweise, dass nach Berücksichtigung der Gebäudelast derzeit 80 kW für das Laden von Elektrofahrzeugen zur Verfügung stehen. Es übermittelt diesen Grenzwert an das CPMS oder die lokale Steuerung. Das Ladesystem verteilt die verfügbare Leistung auf die aktiven Ladevorgänge und sendet anschließend die Ladegrenzen an kompatible Ladegeräte. Mess- und Statusdaten werden zurückgemeldet, sodass die nächste Entscheidung auf der Grundlage der aktuellen Bedingungen getroffen wird.

Die Integration muss die Aktualisierungshäufigkeit, Einheiten, Prioritäten, Zeitlimits und die Zuständigkeit bei widersprüchlichen Befehlen festlegen. Außerdem muss sie festlegen, wie sich die Ladegeräte verhalten, falls eines der beiden Systeme ausfällt.

Wenn ein System ausreichen könnte

Ein CPMS kann ausreichend sein, wenn die Ladeinfrastruktur die wichtigste steuerbare Last darstellt und lediglich einfache Standortgrenzen oder Zeitpläne erforderlich sind. Ein spezielles EMS ist sinnvoller, wenn der Ladevorgang mit dem Gebäudebedarf, solar, Batterien, mehreren Netzanschlüssen, Marktpreisen oder externen Flexibilitätsdiensten koordiniert werden muss.

Selbst dann könnte die Lösung eher ein CPMS in Zusammenarbeit mit einem Energiepartner sein als eine einzige Plattform, die alles abdeckt. Die Beschaffungsabteilung sollte das gesamte Betriebsmodell prüfen und vermeiden, „Smart Charging inklusive“ als technische Spezifikation zu betrachten.

Wie Amina passt

amina bietet spezialisierte Ladehardware an, die mit spezieller Software und Energiepartnern zusammenarbeitet. Die amina-OCPP-Dokumentation beschreibt den Ladestatus, Messwerte, Fernbefehle und Smart-Charging-Profile. Die Messwertreferenz listet die elektrischen Messwerte auf, die ein CSMS empfangen kann.

Diese Funktionen liefern Eingaben und Steuerungsmöglichkeiten für ein umfassenderes Energiekonzept. Sie machen das Ladegerät jedoch nicht zu einem vollständigen CPMS, EMS, Tarifdienst oder einer Netzplattform. Der Betreiber und seine Partner sind weiterhin dafür verantwortlich, festzulegen, wo die jeweiligen Entscheidungen getroffen werden, und nachzuweisen, dass die Integration unter normalen Bedingungen sowie im Offline-Betrieb funktioniert.