Was bedeutet „OCPP-konform“?

Ein OCPP-konformes Ladegerät oder Managementsystem ist so konzipiert, dass es einer bestimmten Version des Open Charge Point Protocol entspricht. Dadurch kann es grundsätzlich standardisierte OCPP-Nachrichten mit Geräten anderer Hersteller austauschen.

 

Der Wortlaut verdient eine genauere Betrachtung. Drei Begriffe werden oft so verwendet, als hätten sie dieselbe Bedeutung:

  • „OCPP-kompatibel“ bedeutet in der Regel, dass ein Produkt mit einem OCPP-System verbunden werden kann.
  • „OCPP-konform“ bedeutet, dass die Implementierung der Spezifikation entsprechen soll.
  • „OCPP-zertifiziert“ bedeutet, dass ein zugelassenes unabhängiges Labor das Produkt im Rahmen des Zertifizierungsprogramms der Open Charge Alliance geprüft hat.

Ein Produkt kann daher die Kompatibilität oder Konformität geltend machen, ohne über ein Zertifikat zu verfügen.

Was ist die OCPP-Zertifizierung?

Bei der OCPP-Zertifizierung wird eine Ladestation oder ein Managementsystem anhand festgelegter Anforderungen für eine bestimmte Protokollversion geprüft. Das Programm der Open Charge Alliance greift auf zugelassene unabhängige Prüflabore zurück.

 

Die Zertifizierung ist für OCPP 1.6 und OCPP 2.0.1 verfügbar. Sie gilt für ein bestimmtes Produkt und eine bestimmte Softwareversion, nicht für jedes Ladegerät oder jede Plattform, die von diesem Unternehmen verkauft wird.

Was umfasst ein OCPP-Zertifikat?

Jedes Zertifikat hat einen bestimmten Geltungsbereich. Das Bestehen der obligatorischen Tests bedeutet nicht, dass jede optionale OCPP-Funktion getestet wurde.

 

Im Rahmen des aktuellen OCPP 1.6-Schemas ist das „Core“-Profil obligatorisch und umfasst die Firmware-Verwaltung sowie das Sicherheitsprofil 2. „Smart Charging“ und „Advanced Security“ bleiben weiterhin optionale Profile.

 

Für OCPP 2.0.1 ist „Core“ obligatorisch. „Advanced Security“, „Smart Charging“ und „ISO 15118 Support optionale Profile. Die Anforderungen unterscheiden sich zudem je nach Ladestation und Managementsystem. Überprüfen Sie das Zertifikat, nicht nur das Logo.

Wie kann man ein OCPP-Zertifikat überprüfen?

Die Open Charge Alliance führt ein öffentliches Register zertifizierter Produkte. Hier finden Sie weitere Informationen:

  • die Zertifikatsnummer;
  • den Hersteller und die genaue Produktbezeichnung;
  • unabhängig davon, ob es sich um eine Ladestation oder ein Managementsystem handelt;
  • die OCPP-Version und die zertifizierten Profile;
  • die Softwareversion; und
  • ob das Zertifikat gültig ist und nicht widerrufen wurde.

Sollte die vorgeschlagene Produkt- oder Softwareversion nicht mit dem Register übereinstimmen, fragen Sie den Lieferanten nach dem Grund dafür.

Garantiert eine Zertifizierung, dass eine Integration funktioniert?

Nein. Eine Zertifizierung ist zwar ein guter Nachweis für die Einhaltung des Protokolls, doch in einem realen Netzwerk kommen nach wie vor zwei Implementierungen, Konfigurationen, Anmeldedaten, Verbindungsmöglichkeiten und Betriebsregeln zusammen.

 

Testen Sie vor der Inbetriebnahme die genaue Kombination aus Ladegerät, Firmware und CPMS. Berücksichtigen Sie dabei Autorisierung, Transaktionsprotokolle, Fernbefehle, Firmware-Updates, intelligente Ladeprofile sowie das Verhalten bei Verbindungsabbruch.

Welche Fragen sollten Käufer von Ladegeräten für Elektrofahrzeuge stellen?

Beginnen Sie mit der Protokollversion, der Zertifikatsnummer und den zertifizierten Profilen. Fragen Sie anschließend, welche CPMS-Plattformen und Firmware-Versionen getestet wurden, ob das Ladegerät direkt mit dem ausgewählten Backend verbunden ist, wer die OCPP-Zugangsdaten verwaltet und was für eine spätere Migration erforderlich ist.

 

amina-Ladegeräte nutzen direkte, lokale OCPP-Verbindungen mit kompatiblen Verwaltungsplattformen. Hier gilt dasselbe: Überprüfen Sie die Ladegerätgeneration, die Firmware, die CPMS-Integration und die für das Projekt erforderlichen Funktionen.