Was ist OCPP?

OCPP (Open Charge Point Protocol) ist ein offener Kommunikationsstandard, der die Kommunikation zwischen einer Ladestation für Elektrofahrzeuge und einem zentralen Managementsystem ermöglicht. Dieses Managementsystem wird häufig als CPMS (Charge Point Management System) oder CSMS (Charging Station Management System) bezeichnet. Immer wenn eine Ladestation einen Ladevorgang meldet, ein Firmware-Update empfängt oder auf einen Fernbefehl reagiert, erfolgt die Kommunikation in der Regel über OCPP.

 

Das Protokoll wurde erstmals im Jahr 2009 entwickelt und wird heute von der Open Charge Alliance gepflegt, einer gemeinnützigen Organisation, die die Spezifikation kostenlos veröffentlicht. Da es sich um einen offenen und keinen proprietären Standard handelt, kann jeder Hardwarehersteller oder jede Softwareplattform ihn implementieren. Genau darin liegt der Sinn: OCPP gewährleistet die Interoperabilität des Marktes und verhindert, dass Betreiber an einen einzigen Anbieter gebunden sind.

OCPP-Versionen: Was Sie wissen müssen

Das Open Charge Point Protocol wurde weiterentwickelt, um der zunehmenden Komplexität der Infrastruktur für Elektrofahrzeuge gerecht zu werden. Die derzeit relevantesten und am weitesten verbreiteten Versionen sind OCPP 1.6, OCPP 2.0.1 und die neueste Version, OCPP 2.1.

OCPP 1.6: Der bewährte Standard

OCPP 1.6 wurde 2015 veröffentlicht und ist nach wie vor die weltweit am häufigsten eingesetzte Version. Sie unterstützt wichtige Funktionen wie Fernüberwachung, intelligentes Laden und Firmware-Updates und bildet damit heute das Rückgrat der meisten kommerziellen Ladeanlagen.

 

Nahezu alle gängigen Ladepunkt-Managementsysteme (CPMS), darunter Monta, Spirii, Virta, AMPECO, Reev, ChargePanel, Vaylens und ChargeIT, support 1.6. Diese umfassende Kompatibilität macht das Protokoll zu einer zuverlässigen Grundlage für Installateure und Betreiber von Ladestationen, die auf bewährte Interoperabilität setzen.

OCPP 2.0.1: Verbesserte Sicherheit und Steuerung

OCPP 2.0.1, das im Jahr 2020 veröffentlicht wurde, brachte gegenüber Version 1.6 wesentliche Verbesserungen mit sich. Es bot eine höhere Cybersicherheit, Ereignisbenachrichtigungen und eine verbesserte Geräteverwaltung – Funktionen, die insbesondere für große Netzwerke von Nutzen sind.

 

Zudem wurden support intelligentes Energiemanagement, die Nachverfolgung von Firmware-Versionen und eine detailliertere Fehlerdiagnose hinzugefügt. Diese Funktionen machen OCPP 2.0.1 zur naheliegenden Wahl für Betreiber, die nach erweiterten Funktionen suchen. Die beiden Versionen sind nicht direkt kompatibel, sodass ein Wechsel von 1.6 auf 2.0.1 ein bewusstes Upgrade und kein einfacher Austausch ist.

 

OCPP 2.0.1 wurde inzwischen als internationaler Standard (IEC 63584) verabschiedet, der Beschaffungsteams und Regulierungsbehörden einen formellen Bezugspunkt bietet. Viele CPMS-Plattformen, darunter auch AMPECO, haben support bestätigt, was eine reibungslosere Migration für wachsende Netzwerke ermöglicht.

OCPP 2.1: Entwickelt für die Zukunft des Ladens von Elektrofahrzeugen

Die neueste Version, OCPP 2.1, wurde im Januar 2025 von der Open Charge Alliance veröffentlicht. Sie baut direkt auf Version 2.0.1 auf und bietet vollständige support ISO 15118-20, den Standard, der „Plug-and-Charge“- und „Vehicle-to-Grid“ (V2G)-Kommunikation ermöglicht.

 

Damit ist OCPP 2.1 die bislang zukunftsfähigste Version, die bidirektionales Laden, die Steuerung dezentraler Energiequellen (DER) und die dynamische Netzinteraktion unterstützt. Zudem wurden die Sitzungsverwaltung, die Geräteautorisierung und die Einhaltung von Cybersicherheitsvorschriften verbessert. Für Version 2.0.1 geschriebene Anwendungslogik ist so konzipiert, dass sie auch unter Version 2.1 weiterhin funktioniert, sodass der Umstieg reibungslos verläuft.

 

Kurz gesagt: OCPP 2.1 schlägt eine Brücke zwischen dem heutigen Laden von Elektrofahrzeugen und dem Smart-Energy-Ökosystem von morgen.

Die Wahl der richtigen OCPP-Version für Ihre EV-Ladeanlage

Für die meisten bestehenden Installationen ist OCPP 1.6 nach wie vor zuverlässig und wird weitgehend unterstützt. Bei neuen Implementierungen, die auf langfristige Skalierbarkeit und die Einhaltung der Norm ISO 15118 abzielen, sollte jedoch OCPP 2.0.1 oder 2.1 Vorrang haben.

 

Achten Sie bei der Auswahl der Hardware darauf, welche OCPP-Versionen zertifiziert sind. amina C ist für OCPP 2.0.1 ausgelegt, wobei die Vorwärtskompatibilität mit OCPP 2.1 geplant ist, sodass Ihr Ladenetzwerk mit der Branche Schritt halten kann.

Nahaufnahme der bei der Entwicklung der amina-Ladestation verwendeten Engineering-Software, die die Steuerungslogik und die Firmware-Programmierung für eine zuverlässige Ladeleistung zeigt.
Die verschiedenen OCPP-Versionen auf dem Markt können schwer zu durchschauen sein

Wie funktioniert OCPP beim Laden von Elektrofahrzeugen?

OCPP legt fest, wie der Datenfluss zwischen der EV-Ladestation und einem zentralen Managementsystem abläuft. Die Ladestation übermittelt Echtzeitdaten wie Ladestatus, Benutzer-ID, Energieverbrauch und Fehlercodes an das CPMS, das diese anschließend auswertet und den Betrieb aus der Ferne steuert.

 

Über diesen Link können Betreiber:

  • Ladestatus in Echtzeit überwachen
  • Firmware-Updates drahtlos übertragen
  • Fehler diagnostizieren und Ladegeräte aus der Ferne neu starten
  • Energieverbrauch dynamisch steuern

Dieses Kommunikationsrückgrat sorgt dafür, dass Netzwerke stabil, kosteneffizient und wartungsfreundlich sind.

Die wichtigsten Merkmale von OCPP

  • Firmware-Updates und Diagnosen per Fernzugriff
  • Echtzeit-Statusüberwachung
  • Intelligentes Laden und dynamischer Lastausgleich
  • Benutzerauthentifizierung (RFID, App oder „Plug and Charge“)
  • Sichere Datenverschlüsselung und Protokollierung
  • Ereignisgesteuerte Kommunikation für eine höhere Verfügbarkeit

Warum OCPP wichtig ist

OCPP kommt jedem Glied der Lade-Kette für Elektrofahrzeuge zugute:

  • Installateure profitieren von einer einfacheren Einrichtung und einer breiteren Kompatibilität.
  • Wiederverkäufer sichern ihre Hardware-Investitionen durch offene Standards ab.
  • CPOs und CPMS-Anbieter verwalten markenübergreifende Ladestationsnetzwerke über eine einzige Plattform.
  • Energieversorger integrieren Ladestationen in umfassendere Demand-Response-Systeme.

Dadurch bleibt das Ökosystem offen und eine Anbieterabhängigkeit wird vermieden.

Die Vorteile von OCPP für Installateure

OCPP-konforme Ladegeräte vereinfachen die Installation, Konfiguration und Wartung. Installateure können die Hardware an jede kompatible Verwaltungsplattform anschließen, was Zeit bei der Einrichtung spart und sicherstellt, dass das System erweitert werden kann, ohne dass physische Ladegeräte ausgetauscht werden müssen.

Zukunftssichere EV-Ladegeräte mit OCPP 2.1

OCPP 2.1 ermöglicht eine vollständige Integration gemäß ISO 15118-20 und eröffnet damit Funktionen wie „Plug and Charge“ und „Vehicle-to-Everything“ (V2X). Dadurch sind Ladestationen zukunftssicher, da Energiesysteme immer stärker vernetzt werden und Fahrzeuge zunehmend zur Netzausgleichung beitragen.

 

Durch den Einsatz von OCPP 2.1-kompatibler Hardware sichern Wiederverkäufer und CPOs einen langfristigen Mehrwert und die Einhaltung künftiger europäischer Vorschriften für intelligentes Laden und Cybersicherheit.

OCPP und die Rolle von CPMS

Moderne CPMS-Plattformen bilden das operative Herzstück von Ladenetzwerken.

 

Systeme wie Monta, Spirii, AMPECO, Reev und Virta sind bereits heute mit OCPP 1.6 kompatibel, während einige, darunter AMPECO, bereits die Integration von OCPP 2.0.1 umgesetzt und Pläne für support OCPP 2.1 angekündigt haben, support die Zertifizierung voranschreitet.

 

Diese Systeme ermöglichen es den Bedienern:

  • Ladegeräte verschiedener Hersteller verwalten
  • Abrechnungsdaten und Umsätze analysieren
  • Preis-, Zugangs- und Energielimits festlegen
  • Integration mit Zahlungs- und Abrechnungs-APIs

Kosteneinsparungspotenzial durch OCPP-fähige Ladegeräte

OCPP senkt die Betriebskosten durch Fernverwaltung, vorausschauende Wartung und eine intelligentere Laststeuerung. Zum Beispiel:

  • Durch Fernaktualisierungen entfallen Vor-Ort-Besuche.
  • Die Echtzeitüberwachung minimiert Ausfallzeiten.
  • Der dynamische Lastausgleich optimiert die Energiekosten.

Zusammen senken sie die Gesamtbetriebskosten und steigern gleichzeitig die Netzwerkeffizienz.

Gibt es Einschränkungen bei OCPP?

OCPP bietet zwar Flexibilität, doch die Qualität der Umsetzung kann variieren. Kompatibilität ist nur dann gewährleistet, wenn sowohl das Ladegerät als auch die Verwaltungsplattform nach derselben Version zertifiziert sind.

 

Um einen zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten, sollten Sie stets OCPP-zertifizierte Hardware wählen und sicherstellen, dass Ihr CPMS die von Ihnen gewünschte Version (1.6, 2.0.1 oder 2.1) unterstützt.

Häufig gestellte Fragen zu OCPP beim Laden von Elektrofahrzeugen

Wofür steht die Abkürzung OCPP?

OCPP steht für „Open Charge Point Protocol“. Es handelt sich dabei um den offenen Kommunikationsstandard zwischen einer Ladestation für Elektrofahrzeuge und deren Managementsystem, der von der Open Charge Alliance gepflegt wird.

Wie funktioniert OCPP in einer Ladeanlage für Elektrofahrzeuge?

OCPP legt fest, wie ein Ladegerät mit seinem Managementsystem kommuniziert, und ermöglicht so Fernsteuerung, Datenüberwachung und Updates.

Warum ist OCPP für Ladestationen für Elektrofahrzeuge wichtig?

Es gewährleistet Interoperabilität und Skalierbarkeit und ermöglicht so die Zusammenarbeit verschiedener Hardware- und Softwareanbieter.

Ist die Nutzung von OCPP kostenlos?

Ja. Die Spezifikation ist veröffentlicht und kann kostenlos von der Open Charge Alliance heruntergeladen werden; jeder Hersteller und jede Plattform kann sie ohne Lizenzgebühren umsetzen. Die Zertifizierung und die Implementierung sind zwar weiterhin mit Kosten verbunden, aber der Standard selbst ist offen.

Was ist der Unterschied zwischen OCPP und OCPI?

OCPP verbindet eine Ladestation mit seiner Verwaltungsplattform. OCPI (Open Charge Point Interface) verbindet Plattformen untereinander, um Roaming und Preistransparenz zu gewährleisten. Beide Lösungen dienen der Bewältigung unterschiedlicher Probleme und werden in kommerziellen Netzwerken häufig gemeinsam eingesetzt. Einen genaueren Vergleich zwischen OCPP und einer direkten API finden Sie in unserem Leitfaden „API versus OCPP“.

Welche Vorteile bietet OCPP für Installateure?

Es vereinfacht die Einrichtung, verkürzt die Installationszeit und bietet Flexibilität bei der Auswahl der CPMS-Anbieter.

Was ist neu in OCPP 2.1?

OCPP 2.1 bietet nun support ISO 15118-20 support „Plug and Charge“ und V2G sowie für bidirektionales Laden und die Steuerung dezentraler Energiequellen (DER) und macht damit die Ladesysteme für Elektrofahrzeuge zukunftssicher.

Welche CPMS-Plattformen support 1.6 oder höher?

Plattformen wie Monta, Spirii, Virta, AMPECO, Reev, ChargePanel, Vaylens und ChargeIT support 1.6. AMPECO unterstützt öffentlich OCPP 2.0.1 und arbeitet derzeit an der Zertifizierung für OCPP 2.1.