Was passiert, wenn ein OCPP-Ladegerät die Verbindung verliert?
Kann ein OCPP-Ladegerät den Ladevorgang fortsetzen, wenn es offline geht?
Häufig. Nicht immer. Der Verlust der OCPP-Verbindung unterbricht die Live-Kommunikation mit dem CPMS, führt jedoch nicht zwangsläufig zum Abbruch des Ladevorgangs. Das Ergebnis hängt von der Firmware des Ladegeräts, den lokalen Autorisierungsdaten sowie den Betreibereinstellungen und den bereits auf dem Gerät gespeicherten Regeln ab.
OCPP stellt Tools für den Offline-Betrieb bereit, jedoch keine allgemeingültigen Richtlinien. Die Betreiber müssen entscheiden, wer den Ladevorgang starten oder fortsetzen darf, welche Beschränkungen weiterhin gelten und wie Transaktionen nach der Wiederherstellung der Verbindung wiederhergestellt werden.
Was passiert mit einer bereits laufenden Sitzung?
Eine Sitzung kann unter den zuletzt gültigen lokalen Bedingungen fortgesetzt werden. Das Ladegerät kann Messwerte und Transaktionsereignisse speichern und die erforderlichen Datensätze dann senden, sobald die CPMS-Verbindung wiederhergestellt ist. Kapazität, Wiederholungsverhalten und Nachrichtenfluss variieren je nach Implementierung und OCPP-Version.
Kann ein neuer Ladevorgang offline gestartet werden?
Das hängt von den Autorisierungsrichtlinien ab. Ein Zahlungsdienstleister kann eine lokale Autorisierungsliste oder zwischengespeicherte Anmeldedaten verwenden. Er kann auch bestimmte Identifikatoren offline akzeptieren. Bei einer strengeren Konfiguration können neue Sitzungen abgelehnt werden, da das CPMS den Nutzer, den Tarif, den Vertrag oder die Zahlungsmethode nicht überprüfen kann.
Öffentliche Netzwerke, Netzwerke am Arbeitsplatz, Flottennetzwerke und private Netzwerke können sich daher trotz Verwendung desselben Protokolls unterschiedlich verhalten. Der Betreiber legt das Gleichgewicht zwischen Verfügbarkeit, Zugriffskontrolle und Umsatzrisiko fest.
Welche Funktionen stehen ohne das CPMS nicht zur Verfügung?
- Echtzeit-Status, Alarme und Ferndiagnosen können verzögert sein;
- Das ferngesteuerte Starten, Stoppen und Ändern von Konfigurationen kann fehlschlagen;
- Neue Autorisierungslisten oder Tarifaktualisierungen können die Ladestation nicht erreichen;
- Die Anweisungen zum dynamischen intelligenten Laden ändern sich möglicherweise nicht mehr;
- Online-Zahlungs- und Roaming-Dienste sind möglicherweise nicht verfügbar; und
- Das CPMS zeigt das Ladegerät möglicherweise als „offline“ an, obwohl der Ladevorgang vor Ort weiterläuft.
Wie Amina die Offline-Autorisierung und -Wiederherstellung handhabt
Aminas Leitfaden zur OCPP-Authentifizierung Listen LocalAuthorizeOffline und LocalAuthListEnabled wie standardmäßig aktiviert. Der Autorisierungs-Cache und unbekannte Offline-Identifikatoren sind deaktiviert. In dieser Standardkonfiguration kann ein Identifikator aus der lokalen Liste die Abrechnung im Offline-Modus starten; ein unbekannter Identifikator wird abgelehnt. Die werkseitige Konfiguration kann diese Einstellungen ändern, überprüfen Sie daher die aktuellen Werte.
Die Übersicht über die Umsetzung umfasst die automatische Wiederverbindung, eine Offline-Nachrichtenwarteschlange und die Wiederherstellung des Transaktionsstatus nach einem Stromausfall. Die Konfigurationshandbuch bietet zwei CSMS-Profile mit prioritätsbasiertem Fallback. Cst_SilentOfflineTransactions ist standardmäßig deaktiviert; durch Aktivieren dieser Option kann das Laden auch dann erfolgen, wenn kein gültiger Ladedatensatz garantiert ist.
Das CSMS-Integrationshandbuch beschreibt eine direkte Verbindung zwischen Ladegerät und CSMS ohne die proprietäre „amina cloud“. „Offline“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die direkte OCPP-Verbindung unterbrochen wurde.
Was passiert mit den Grenzwerten für das intelligente Laden?
Das Ladegerät kann das zuletzt gültige Profil, ein Standardprofil oder einen lokalen Ausweichgrenzwert beibehalten. Ein zeitgebundenes Profil kann im Offline-Modus ablaufen. Der Ersatz muss definiert werden, insbesondere wenn die Anlage auf aktives Lastmanagement angewiesen ist.
Kritische Grenzwerte sollten nicht ausschließlich von einer ständigen CPMS-Verbindung abhängen. Hardware-Schutzmaßnahmen, Installationsgrenzen und lokale Energiesteuerungen spielen nach wie vor eine wichtige Rolle.
Was passiert, wenn die Verbindung wiederhergestellt ist?
Das Ladegerät sollte die Verbindung wiederherstellen, sich identifizieren und die vom CPMS benötigten gespeicherten Datensätze übertragen. Das Backend muss verspätete Ereignisse abgleichen, ohne dass dabei doppelte Sitzungen, falsche Energiesummen oder Abrechnungsfehler entstehen. Anschließend können die Überwachung und ausstehende Konfigurationsaktualisierungen fortgesetzt werden.
Was sollten Betreiber vor der Inbetriebnahme testen?
- laufende und neue Sitzungen bei Ausfall der Mobilfunk-, Ethernet- oder Internetverbindung;
- bekannte, unbekannte, abgelaufene und gesperrte Zugangsdaten offline;
- Grenzen des lokalen Speichers und ein voller Puffer;
- Stromausfall, während die CPMS-Verbindung unterbrochen ist;
- Gültigkeitsdauer des Profils und Fallback-Grenzwerte;
- Zeitpunkt der Wiederherstellung der Verbindung, Wiederholungsversuche und Datenwiedergabe;
- doppelte Veranstaltungen und Abrechnungsabgleich; sowie
- eine Warnmeldung ausgeben, wenn ein Ladegerät keine Daten mehr übermittelt.
Das Offline-Verhalten sollte im Rahmen des Ladegerät- und CPMS-Abnahmetests geprüft werden. Ein OCPP-Label allein sagt darüber kaum etwas aus.