Was ist ein OCPP-Smart-Charging-Profil?

Ein OCPP-Smart-Charging-Profil ist eine Reihe von Leistungs- oder Strombegrenzungen, die zwischen einem Ladestations-Managementsystem (CSMS oder CPMS) und einem Ladegerät ausgetauscht werden. Es legt die zu bestimmten Zeitpunkten verfügbare maximale Leistung oder den maximalen Strom fest. Damit wird die Ladegrenze gesteuert, nicht die separate Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladegerät.

 

Mit OCPP 1.6 wurden Lastverteilung und Ladeprofile eingeführt. Spätere Versionen bieten zwar mehr Steuerungsmöglichkeiten, doch das Prinzip bleibt unverändert: Das CPMS berechnet einen Grenzwert, sendet ein Profil und das Ladegerät wendet dieses lokal an.

Welche Informationen enthält ein Ladeprofil?

Ein Profil legt fest, wo es gilt, welchen Zweck es hat, welche Priorität es hat und welchen Zeitplan es umfasst. Der Zeitplan kann in Ampere oder Watt angegeben sein und mehrere Zeiträume umfassen. Er kann sofort beginnen, zu einer festgelegten Zeit starten oder sich täglich oder wöchentlich wiederholen.

Die drei Profilzwecke in OCPP 1.6

ChargePointMaxProfile legt eine Gesamt-Obergrenze für die Ladestation fest. Damit lässt sich der Gesamtbedarf aller Anschlüsse begrenzen, sodass der Standort die verfügbare Kapazität nicht überschreitet.

 

„TxDefaultProfile“ legt ein Standardlimit für neue Transaktionen auf einem Konnektor oder stationsweit fest. Es gilt, sofern keine transaktionsspezifische Anweisung vorliegt.

 

TxProfile gilt für eine einzelne Ladetransaktion. Es kann sich auf ein Fahrzeug, einen Nutzer, einen Tarif, eine Abfahrtszeit oder eine Energieentscheidung beziehen. Es unterliegt weiterhin der übergeordneten Stationsgrenze.

So funktioniert das Stapeln von Profilen

Es können mehrere Profile gleichzeitig vorhanden sein. Bei gleichem Verwendungszweck hat eine höhere Stapelebene Vorrang vor einer niedrigeren. Das Ladegerät kombiniert dann die zutreffenden Stations-, Standard- und Transaktionsprofile, um den tatsächlichen Zeitplan zu berechnen.

Wer legt die Abrechnungsgrenze fest?

OCPP dient der Steuerung. Es legt weder den Tarif noch die Energiestrategie fest. Diese Berechnung kann im CPMS, einem Gebäudeenergiemanagementsystem, einer lokalen Steuerung oder einem anderen spezialisierten Dienst erfolgen. Zu den Eingangsgrößen können die Gebäudelast, die Netzkapazität, Tarife, solar und angeschlossene Fahrzeuge gehören.

 

Wenn OCPP das Ergebnis überträgt, gelangt es über das CPMS zum Ladegerät. Eine lokale Steuerung kann stattdessen auch eine andere unterstützte Schnittstelle verwenden. Das Ladegerät muss dennoch seine elektrischen Grenzwerte und den vom Fahrzeug angeforderten Strom einhalten. Ein 22-kW-Ladegerät kann ein Fahrzeug nicht dazu zwingen, 22 kW anzunehmen, und ein OCPP-Profil ersetzt nicht die Steuerung vom Elektrofahrzeug zum Ladegerät gemäß IEC 61851 oder ISO 15118.

Inwiefern dies für amina charging gilt

In der OCPP 1.6J-Dokumentation von amina werden gestapelte Profile, absolute, relative und wiederkehrende Zeitpläne, Stromgrenzwerte und zusammengesetzte Zeitpläne aufgeführt. Die Konfigurationsreferenz enthält die Profil- und Zeitplangrenzwerte des Geräts. Diese Werte können durch Firmware und werkseitige Voreinstellungen geändert werden, daher sollte ein CPMS die aktuelle Konfiguration auslesen, anstatt Vermutungen anzustellen.

Was sollten Betreiber testen?

  • die von der gewählten OCPP-Version unterstützten Smart-Charging-Funktionen;
  • sich überschneidende Profile, Stapelebenen und abgelaufene Zeitpläne;
  • unterstützte Laderaten-Einheiten und einheitliche Auslegung;
  • wie sich Stationen mit mehreren Anschlüssen ein Gesamtlimit teilen;
  • Neustart und Verlust der CPMS-Verbindung;
  • ob das CPMS den zusammengesetzten Zeitplan lesen kann; und
  • wie schnell eine geänderte Grenze in Kraft tritt.

„Unterstützt OCPP“ bedeutet nicht, dass alle Smart-Charging-Funktionen implementiert oder kompatibel sind. Überprüfen Sie die genaue Firmware des Ladegeräts und die CPMS-Version.