Was ist „Plug & Charge“?

„Plug & Charge“ ist eine Funktion gemäß ISO 15118, mit der ein kompatibles Elektrofahrzeug nach dem Anschließen des Kabels seinen Ladevertrag identifizieren und autorisieren kann. Für diesen Ladevorgang benötigt der Fahrer weder eine App noch eine RFID-Karte noch muss er Zahlungsdaten an der Ladestation eingeben.

 

Dies geht über jede Einstellung hinaus, bei der der Ladevorgang erst dann beginnt, wenn ein Kabel angeschlossen wird. Gemäß der technischen Beschreibung der EU nutzt „Plug & Charge“ eine automatische Authentifizierung und Autorisierung für die vertragsbasierte Abrechnung zwischen Fahrer und Mobilitätsdienstleister.

Wie funktioniert „Plug & Charge“?

  1. Das Elektrofahrzeug und die Ladestation stellen über ISO 15118 eine Kommunikation auf hoher Ebene her.
  2. Das Fahrzeug legt ein digitales Vertragszertifikat vor, das mit dem Ladevertrag des Fahrers verknüpft ist.
  3. Der Charger und das Backend überprüfen die Zertifikatskette und den Vertrag.
  4. Wenn die Prüfungen erfolgreich sind, beginnt die Abrechnung, und die Sitzung wird dem richtigen Konto zugeordnet.

Eine Public-Key-Infrastruktur (PKI) sorgt für Vertrauen zwischen diesen Zertifikaten. Die „Plug & Charge“-Initiative von CharIN umfasst das sichere Authentifizierungs- und Autorisierungssystem gemäß ISO 15118.

Was ist erforderlich, um „Plug & Charge“ nutzen zu können?

Das einfache Fahrerlebnis hängt von der gesamten Kette ab:

  • Ein kompatibles Elektrofahrzeug: Die Kommunikationshardware und -firmware müssen support erforderliche Ausgabe und Funktion der Norm ISO 15118 support .
  • Eine kompatible Ladestation: Die EVSE muss denselben support und „Plug & Charge“ in der Firmware aktiviert haben.
  • Ein gültiger Ladevertrag: Der Fahrer benötigt einen unterstützten Vertrag mit einem E-Mobilitätsdienstleister.
  • Ein Vertragszertifikat: Im Fahrzeug muss ein gültiges Zertifikat installiert sein, das mit diesem Vertrag verknüpft ist.
  • Ein vertrauenswürdiges Zertifikatssystem: Stammzertifikate, Zertifizierungsstellen und Sperrverfahren müssen anerkannt sein.
  • Backend support: Der CPO, das CPMS, der Mobilfunkanbieter und etwaige Roaming-Dienste müssen den Vertrag genehmigen, die Sitzung protokollieren und die Abrechnung abwickeln.

Garantiert die Kennzeichnung „ISO 15118-konform“ die Plug-&-Charge-Funktionalität?

Nein. Die Kennzeichnung kann sich auf eingebaute Hardware, geplante Firmware oder einen Teil der Norm beziehen. Sie belegt nicht, dass Zertifikate installiert und überprüft werden können oder dass das Fahrzeug, das Ladegerät und das Backend die End-to-End-Tests bestanden haben.

 

Auch die Backend-Schnittstelle spielt eine Rolle. OCPP 2.0.1 unterstützt die Verwaltung von ISO 15118-Zertifikaten und die Plug-&-Charge-Autorisierung. Die Open Charge Alliance dokumentiert eine Schnittstelle unter Verwendung von OCPP 1.6 mit zusätzlich vereinbarten Nachrichten. Die OCPP-Versionsnummer allein ist kein Beweis für einen funktionierenden Dienst.

Was ändert sich ab 2027 im Rahmen von AFIR?

Die technischen Spezifikationen der AFIR für 2027 schreiben nicht vor, dass jeder Betreiber „Plug & Charge“ anbieten muss. Öffentliche Wechselstrom- und Gleichstrom-Ladestationen, die ab dem 1. Januar 2027 installiert oder modernisiert werden und eine automatische Authentifizierung und Autorisierung bieten, müssen sowohl der Norm EN ISO 15118-2:2016 als auch der Norm EN ISO 15118-20:2022 entsprechen.

Was sollten Käufer und Betreiber prüfen?

  • Welche Ausgaben der Norm ISO 15118 und welche optionalen Funktionen sind aktiv und nicht nur eingebaut?
  • Wer stellt Vertragszertifikate aus, installiert, erneuert und widerruft sie?
  • Welche Kombinationen aus Elektrofahrzeugen, Ladegeräten und CPMS wurden getestet?
  • Was passiert, wenn ein Zertifikat abgelaufen, widerrufen oder nicht verfügbar ist?
  • Welcher RFID-, App- oder Ad-hoc-Zahlungsweg bleibt als Ausweichmöglichkeit bestehen?

Wie Amina C2 und M2 zusammenpassen

Die Modelle „amina C2“ und „amina M2“ verfügen über Hardware, die für ISO 15118-20 und Plug & Charge ausgelegt ist. Sie nutzen lokales OCPP 1.6J und sind hardwaretechnisch für OCPP 2.0.1 vorbereitet, sodass Betreiber die freie Wahl zwischen spezialisierten CPMS- und Servicepartnern haben.

 

Die Hardware-Bereitschaft ist kein aktiver „Plug & Charge“-Dienst. Für die Einführung sind weiterhin kompatible Firmware, support, Zertifikate, Verträge, Backend-Integration und End-to-End-Tests erforderlich.