Wenn dieser durchschnittliche Norweger mit 22 kW (22 kW pro Stunde) lädt, dauert es nur 15 Minuten, um die 6 kWh des durchschnittlichen Tagesbedarfs aufzuladen. Bei 7,4 kW dauert es nicht länger als 50 Minuten.

 

Trotzdem haben die meisten Menschen immer noch das Gefühl, dass sie so schnell wie möglich aufladen müssen. Aber wenn das Auto in weniger als einer Stunde für den nächsten Tag bereit ist, spielt die Geschwindigkeit dann wirklich eine Rolle?

 

Meistens stehen die meisten Autos still und können sich aufladen. Außerdem stehen sie über Nacht geparkt, von Mitternacht bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Frühaufsteher aufwachen und zur Arbeit fahren. In Ländern, in denen sich der Strompreis nach der Netznachfrage richtet, wie beispielsweise in Norwegen, sind dies auch die günstigsten Stunden.

Aufladen über Nacht: langsamer, günstiger, schonender für das Stromnetz

Warum laden dann so wenige Menschen ihr Fahrzeug nachts langsam und regelmäßig auf? Bei den meisten modernen Elektroautos lässt sich die Startzeit auf die Sekunde genau einstellen, und viele Stromanbieter bieten diese Funktion mittlerweile auch über ihre Apps an.

 

Es ist ganz natürlich, dass man sich morgens die Gewissheit wünscht, dass der Akku voll ist – das gilt für das Auto genauso wie für das Handy. Was passiert also, wenn man jede Nacht von Mitternacht bis 6 Uhr morgens mit 7,4 kW lädt?

  • Nach zwei Stunden: 14,8 kWh, Reichweite ca. 74 km.
  • Nach vier Stunden: 29,6 kWh, Reichweite ca. 148 km.
  • Nach sechs Stunden: 44,4 kWh, Reichweite ca. 222 km.

Es dauert nicht viele Stunden oder viele Nächte, bis das Auto so viel Energie aufgeladen hat, wie Sie für den nächsten Tag benötigen – und noch ein bisschen mehr. Auch das Gefühl einer voll aufgeladenen Batterie stellt sich schnell ein, selbst wenn Sie nicht mit der höchstmöglichen Ladegeschwindigkeit laden.

 

Im Gegensatz zu Ihrem Handy kann ein Elektroauto an einer speziellen Ladestation über Nacht sicher aufgeladen werden. Und da Sie nachts kaum andere Geräte im Stromnetz haben, ist dies eine gute Möglichkeit, Ihren Verbrauch auszugleichen.

 

Viele Stromnetze stehen aufgrund der steigenden Anzahl an Elektrogeräten unter ständigem Druck, und das Aufladen in der Nacht ist eine gute Möglichkeit, eine zusätzliche Belastung Ihres lokalen Stromnetzes zu vermeiden.

 

*kWh ist eine Volumeneinheit. Ein Benziner verbraucht Liter Kraftstoff; ein Elektroauto verbraucht kWh Strom.

 

**kW ist eine Einheit für die Geschwindigkeit. Je mehr kW, desto schneller füllt sich das Auto – genauso wie eine Zapfsäule schneller füllt als ein Strohhalm.**